Der Druck, neues Wissen aufzunehmen, lässt mit dem Ende der Schulzeit nicht nach. Im Gegenteil: Fachwissen altert immer schneller und so ist die Fähigkeit zu lernen zu einer Art Überlebensstrategie geworden. Doch während wir jahrelang Zeit damit verbringen, was wir lernen sollen, hat uns selten jemand beigebracht, wie das eigentlich gesund, effizient und manchmal auch ohne vorgegebenen Lernplan überhaupt funktioniert.
Hier setzt Lerncoaching an. Es ist ein Ansatz, der dich dabei unterstützt, dein Lernen selbstbestimmt, strukturiert und vor allem mit Freude zu gestalten, auch wenn der Alltag voll ist. Nicht als Wundermethode, aber mit einem strukturierten Blick darauf, wie du dein Lernen verbessern und in deinen Alltag integrieren kannst.
| In aller Kürze: ▶️ Lerncoaching setzt beim WIE des Lernens an, nicht beim Stoff selbst. Das ist der entscheidende Unterschied zu Nachhilfe oder Lerntherapie. ▶️ Lerncoaching ist nicht nur für Schüler:innen: Berufstätige, Fernstudierende, Fach- und Führungskräfte unter hohem Druck profitieren besonders. ▶️ Mögliche Anlässe: Konzentration, Motivation, Lernstrategien, Prüfungskompetenz, neue Anforderungen, Orientierung im selbstgesteuerten Lernen |
Was ist Lerncoaching?
Lerncoaching ist eine individuelle, professionelle Begleitung, die dabei hilft, das eigene Lernverhalten zu verstehen und gezielt zu verbessern. Im Mittelpunkt steht nicht der Lernstoff, sondern der Lernprozess: Wie lernst du? Was blockiert dich? Welche Strategien passen zu dir?
Ein Lerncoach vermittelt keine Fachinhalte. Er arbeitet stattdessen an Themen wie Lernorganisation, Konzentration, Motivation, Zeitplanung und dem Umgang mit Druck. Der Stoff, den du gerade lernst, dient dabei lediglich als konkretes Übungsfeld für neue Vorgehensweisen. Das Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe, daher ist Lerncoaching nicht kurz- bis mittelfristig angelegt.
Lerncoaching, Lernbegleitung, Nachhilfe, Lerntherapie: Wo liegen die Unterschiede?
Um Klarheit zu schaffen, hilft ein Blick auf die unterschiedlichen Schwerpunkte.
Lerncoaching setzt beim Prozess hinter dem Lernen an. Warum fällt es mir schwer, mich zu konzentrieren? Warum schiebe ich immer wieder auf? Wie behalte ich mehr von dem, was ich lese? Diese Fragen sind unabhängig vom Fach und das macht Lerncoaching vielseitig einsetzbar.
Im Unternehmenskontext wird die Lernbegleitung immer wichtiger. Sie unterstützt direkt im Lernprozess, motiviert in schwierigen Phasen und sorgt dafür, dass du am Ball bleibst. Lernbegleitung ist eher ein kontinuierliches „Mitlaufen“, während Lerncoaching punktuell unterstützt.
Lerntherapie hingegen richtet sich an Menschen mit diagnostizierten Lernstörungen wie Legasthenie oder Dyskalkulie und Nachhilfe setzt bei Wissenslücken an. Sie ist fachbezogen, inhaltsorientiert und folgt dem Lehrplan. Das ist sinnvoll, wenn ein konkretes Thema nicht verstanden wurde.
| Kategorie | Lerncoaching | Lernbegleitung | Nachhilfe | Lerntherapie |
|---|---|---|---|---|
| Fokus | Prozess („Wie lerne ich?“) | Präsenz & Flow („Unterstützung beim Tun“) | Inhalt („Was lerne ich?“) | Störung („Warum lerne ich nicht?“) |
| Methodik | Ressourcenorientiert, strategisch | Situativ, motivierend, begleitend | Didaktisch, stoffbezogen | Ganzheitlich, therapeutisch |
| Dauer | Kurz- bis mittelfristig | Meist langfristig/prozessbegleitend | Begleitend zum Unterricht | Langfristig (oft Jahre) |
| Zielgruppe | Lernende aller Altersstufen | Mitarbeitende, Auszubildende, Schüler:innen | Schüler:innen, Studierende | Menschen mit Lernstörungen |
Für wen ist Lerncoaching sinnvoll?
Lerncoaching richtet sich nicht nur an Schüler:innen, sondern an alle, die lernen: Fach- und Führungskräfte, die selbstgesteuert im Job lernen, Berufstätige in Weiterbildungen oder berufsbegleitenden Studiengängen oder auch Fernstudierende, die Studium, Job und Privatleben unter einen Hut bekommen müssen.
Gerade wer hohe Erwartungen an sich selbst hat, profitiert oft davon, das eigene Lernverhalten einmal von außen betrachten zu lassen.
Wann ist Lerncoaching sinnvoll?
Es gibt zahlreiche mögliche Anlässe für Lerncoaching. Einige davon sind:
1. Du stehst unter hoher Belastung
Beruf, Familie und ein anspruchsvolles Studium unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung. Lerncoaching hilft dir, eine gesunde Work-Life-Study-Balance zu finden. Wir schauen uns an, wie du Lernphasen in deinen vollen Alltag integrierst, ohne dass Pausen zu kurz kommen.
2. Du kämpfst mit Aufschieberitis (Prokrastination)
Prokrastination ist selten ein Zeichen von Faulheit. Wir schauen, was dahinter steckt und etablieren Methoden, um den Einstieg leichter wieder zu finden.
3. Deine bisherigen Lernstrategien funktionieren nicht gut
Das Ziel ist nicht, einfach „mehr“ zu lernen, sondern strategisch klüger mit deinen mentalen Ressourcen umzugehen. Dazu schauen wir uns deine Strategien an und finden die, die zu deiner individuellen Arbeitsweise passen.
4. Du hast Probleme, dich zu konzentrieren
„Ich lese den gleichen Absatz dreimal“ – hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Was genau unterbricht die Konzentration, und was lässt sich verändern?
5. Du stehst vor neuen Anforderungen
Studienstart, Beförderung, Berufswechsel – wer in eine neue Rolle wächst, muss oft auch neu lernen, zu lernen. Das ist ein unterschätzter Anlass für Lerncoaching, der sich gerade im Berufskontext lohnt.
Was kann Lerncoaching bewirken?
Lerncoaching ist keine Sofortlösung und kein Wundermittel. Was sich realistisch je nach Ausgangssituation und Einsatz verbessern kann:
- bessere Selbstorganisation im Lernalltag
- mehr Klarheit über den eigenen Lernstil und hilfreiche Strategien
- weniger Zeitaufwand bei gleichem oder höherem Lernerfolg
- weniger innerer Widerstand vor dem Lernen
- mehr Sicherheit in Prüfungssituationen
So läuft ein Lerncoaching-Prozess ab
Der Ablauf ist in der Regel strukturiert und transparent:
- Standortbestimmung: Wir schauen, was du bereits mitbringst. Oft ist es mehr, als du denkst. Wir erkennen deine Stärken und finden Potenzial für mehr Leichtigkeit.
- Zielklärung & Fokus setzen: Was soll sich konkret verändern? Ziele werden realistisch und messbar formuliert.
- Umsetzung & Reflexion: Wir erarbeiten Tools, Reflexionsimpulse und konkrete Strategien. Die Umsetzung im Alltag steht im Vordergrund.
Dafür benötigen wir je Thema zwischen 2 und 5 Sitzungen. Das Coaching ist als Hilfe zur Selbsthilfe angelegt und nicht langfristig angelegt.
Wie finde ich einen Lerncoach?
Der Begriff Lerncoach ist nicht geschützt, daher lohnt sich ein Blick auf Qualifikation und Arbeitsweise. Ein paar Merkmale, auf die du bei der Auswahl achten kannst:
- Nachvollziehbare Ausbildung, z.B. bei einem seriösen Institut
- Transparente Methodik, sodass dir klar ist, wie gearbeitet wird
- Es ist klar, wenn ein Thema außerhalb des Bereichs für Lerncoaching liegt
- Möglichkeiten zum Kennenlernen der Arbeitsweise, z.B. über Erstgespräche und veröffentlichte Inhalte
- Dein Gefühl, damit die Zusammenarbeit stimmig ist
Lerncoaching stärkt deine Lernkompetenz
Lerncoaching ist eine Investition in deine Kompetenz, dir neues Wissen souverän zu erschließen. Und das ist das stabilste Fundament, das du dir aufbauen kannst.
Wenn du merkst, dass dein aktuelles Lernverhalten dich eher stresst als stärkt, kann ein Lerncoaching der entscheidende Impuls sein, um wieder Klarheit und Struktur zu gewinnen.
Wenn du neugierig geworden bist und schauen möchtest, ob Lerncoaching für dich das Richtige ist, melde dich gern für ein kostenloses Erstgespräch.