Dieses kleine Buch hat mir einen Aha-Moment nach dem anderen beschert. Am Ende hatte ich eine lange Literaturnotiz und einen ganzen Stapel Zettel angelegt – und eine neue Idee davon, wie ich mit allem umgehen kann, was ich lese, höre und denke.
Diesen Beitrag habe ich für die Blogparade zum Thema „Welches Buch hat dein Leben verändert?“ von Melanie Hafner noch einmal überarbeitet und aktualisiert. Auch einige Jahre später ist das immer noch eines der wertvollsten Bücher, die ich gelesen habe.
| Das Wichtigste in Kürze 👉 Worum geht es? Sönke Ahrens erklärt, wie man Notizen so anlegt und verknüpft, dass sie zur Grundlage für eigenes Schreiben werden – aufbauend auf dem Zettelkasten von Niklas Luhmann. 👉 Für wen? Für alle, die schreiben oder mit Wissen arbeiten: Studierende, Fernstudierende und Berufstätige in Weiterbildung. 👉 Das Fazit: Eine klare Empfehlung. Das Buch verändert, wie man liest und Notizen macht. Besonders wertvoll, wenn man früh im Studium steht. 👉 Und heute? Was Luhmann analog aufgebaut hat, lässt sich digital in Obsidian deutlich leichter umsetzen. |
Worum es in „Das Zettelkasten-Prinzip“ geht
Das Zettelkasten-Prinzip von Sönke Ahrens trägt den Untertitel: Erfolgreich wissenschaftlich Schreiben und Studieren mit effektiven Notizen. Es beschreibt auf Basis der Methode von Niklas Luhmann, wie man seine Notizen so organisiert, dass sie als Grundlage für wissenschaftliche Arbeiten dienen. Luhmann hat auf Basis seines Notizsystems, das auch als Zettelkasten bekannt ist, über Jahrzehnte eine beeindruckende Zahl an Publikationen veröffentlicht. Wichtig dabei ist das In-Beziehung-Setzen der Zettel. Gedanken werden nicht einfach nur notiert und abgelegt, sondern man sucht Verbindungen zu bestehenden Zetteln, um beispielsweise Gegensätze zu erkennen oder Vergleiche zu ziehen.
Ich habe das Buch verschlungen und habe drei für mich wichtige Aspekte mitgenommen. Meine Gedanken dazu möchte ich mit dir teilen:
1. Wenn du das Schreiben organisierst, machst du es dir leichter.
„Wer das Schreiben schlecht organisiert, für den geht das meiste Gelesene und Gedachte unwiederbringlich verloren. Wer das Schreiben hingegen gut organisiert, kann selbst mit wenig Anstrengung viel erreichen.“
Jaaaa, genau! Wieviele Bücher, Blogartikel, Podcasts, Hörbücher, Seminare, Vorlesungen, Skripte ich wohl schon konsumiert habe? Ich habe keinen blassen Schimmer. Und natürlich habe ich nicht alles vergessen. Aber zu viel. Und bei den Dingen, die hängenbleiben, frage ich mich oft: Wo habe ich das wieder gelesen? Und wie war das genau? Ein durchdachtes Notizsystem gibt auf genau solche Fragen eine Antwort.
2. Du vermeidest die Angst vor dem leeren Blatt
Die Angst vor dem leeren Blatt ist laut dem Autor eines der vermeidbaren Symptome einer schlechten Vorarbeit. Oder umgekehrt: Haben wir einen gut gefüllten Zettelkasten, nimmt er diese Angst. Wir müssen „nur“ noch ein Thema auswählen und den Notizen folgen. Im Zettelkasten befindet sich nicht nur der Inhalt, sondern auch die Quellen.
Das Buch richtet sich dabei an wissenschaftlich Arbeitende, vor allem Studierende. Und gleichzeitig gilt das für alle, die schreiben. Hausarbeiten, Abschlussarbeiten, Blogartikel, Bücher, Konzepte, …
Das kann einfacher sein, wenn wir die Befüllung des Zettelkastens zur Gewohnheit machen und damit in kleinen Schritten zum Ergebnis kommen.
3. Gestalte sinnvolle Routinen, statt dir gute Vorsätze zu setzen
Ahrens argumentiert, dass Disziplin zwar das Wichtigste für den Erfolg im Studium ist, man Willenskraft aber nicht wirklich trainieren kann. Sondern durch Technik verstärken. Gute Vorsätze hingegen bringen nicht viel und verderben den Spaß an der Sache. Also: sinnvolle Routinen und die Gestaltung einer flexiblen, strukturierten Organisation statt einer Reihe guter Vorsätze, die man dann doch nicht einhält.
Dieser Gedanke zieht sich durch meine ganze Arbeit: Ein System, das zu deinem Alltag passt, hilft dir auch dann weiter, wenn die Motivation gerade schwächelt.
Für wen sich das Buch lohnt
Das Buch erklärt das empfohlene Vorgehen ausführlich und mit vielen Beispielen. Gleichzeitig wird aber auch das Warum sehr gut aufgearbeitet. Einige Stellen empfand ich als wiederholend, macht es dann aber auch verständlich.
Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und interessant für jeden, der schreibt und/oder mit Wissen arbeitet – und eine wirklich wichtige Basis für Erstsemester. Ich jedenfalls hätte mir gewünscht, das Buch wäre zu meinem Studienbeginn schon geschrieben gewesen.
Es hätte mir einige Umwege erspart.
Vom analogen Zettelkasten zur digitalen Umsetzung
Luhmann hat seinen Zettelkasten mit Papier und Holzkästen gebaut.
Heute können wir dasselbe Prinzip digital umsetzen und uns dabei viel Handarbeit sparen. Ich selbst nutze dafür Obsidian: Jede Notiz ist eine kleine Datei, und über Verlinkungen entsteht Schritt für Schritt ein persönliches Wissensnetz. Der große Vorteil gegenüber dem analogen Modell liegt im Wiederfinden und Verknüpfen. Notizen sind in Sekunden durchsucht, und über Rückverlinkungen sieht man, welche Gedanken zusammenhängen. Mit Bases lassen sich die Zettel sogar als strukturierte Übersichten anzeigen. Und dank dieser Tools können wir das Prinzip noch viel effizienter nutzen als Luhmann mit seinem analogen Modell. Wenn du das ausprobieren möchtest, schau in meine Anleitung zum Start deines Zettelkastens in Obsidian.
Dein Wissen ist sortiert. Und dein Lernen?
Ein aufgeräumter Vault nützt wenig, wenn du abends nicht ins Lernen kommst. Genau da setzt das Worksheet „Neustart für deinen Lernalltag“ an: Du planst deinen nächsten Lernsprint in 20 Minuten – realistisch, mit dem, was dein Alltag hergibt.
Du willst erst mal bei Obsidian bleiben? Dann hol dir das Obsidian Cheat Sheet.
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